Ich habe einen Traum

Immer wieder wurde er verhaftet und ins Gefängnis gesteckt. Mehrfach versuchten Unbekannte, sein Haus in die Luft zu sprengen. Oftmals entging er nur knapp einem Mordanschlag: Martin Luther King. Friedlich und ohne Gewalt kämpfte er für die Rechte der Schwarzen. Am 4. April 1968 wurde er von einem Killer erschossen.
Illu: Andreas Ganther
Illu: Andreas Ganther

Diese verdammten Nigger! Draufhauen und einsperren sollte man sie alle!“, schimpft ein Polizist grimmig. „Mhm, ich weiß nicht!“ erwidert sein Kollege nachdenklich. Ein großer Demons­trationszug schiebt sich durch die Straßen von Birmingham/Alabama. Pastor Martin Luther King hatte zu diesen Protesten aufgerufen. Immer mehr farbige Menschen schließen sich dem Zug an. Auch Jugendliche und Schulkinder gehen mit.

Was willst du?
Polizisten säumen die Straßenränder. Wasserwerfer stehen im Hintergrund. Ein Polizist baut sich demonstrativ vor einem achtjährigen Mädchen auf. „Was willst du denn?“, fragt er belustigt streng. Das Mädchen blickt ihm unerschrocken in die Augen. „Freiheit!“, antwortet sie laut und deutlich. „Unglaublich!“, entfährt es dem erstaunten Beamten. Martin Luther King hat die Szene beobachtet und geht zu dem Mädchen. „Alles in Ordnung?“, fragt er und legt seine Hand auf ihre Schulter. „Ja!“, nickt sie. Der Polizist zuckt nur mit den Schultern. Gemeinsam gehen Martin und das Kind im Zug weiter. „Das war sehr mutig von dir!“, lobt Martin die Kleine. „Ich finde es gut, dass du mit uns protestierst!“, erwidert sie mit blitzenden Augen. „Vieles ist so ungerecht. Früher habe ich auf der Straße mit zwei Mädchen gespielt. Wir waren Freundinnen. Seit wir zur Schule gehen, haben ihre Eltern das verboten. Weil ich eine Schwarze bin. Das ist gemein und macht mich wütend!“, sprudelt es aus dem Mädchen heraus. „Das verstehe ich. Trotzdem müssen wir unsere weißen Brüder und Schwestern lieben. Egal, was sie uns antun. Gewalt erzeugt nur wieder Gewalt, löst keine Probleme“, antwortet Martin. „Das ist schwer!“, meint das Mädchen. „Ja. Der gewaltlose Widerstand ist nichts für Feiglinge. Aber du machst das doch schon richtig gut!“, entgegnet Martin und lächelt ihr aufmunternd zu.

Wir kehren nicht um!
Ein Stück weiter wollen Polizisten mit Schläuchen und einem Wasserwerfer die Demonstranten auseinandertreiben. Doch eine Gruppe Farbiger kniet nieder und betet. Dann rufen einige Schwarze: „Dreht das Wasser auf! Lasst die Hunde los! Wir kehren nicht um. Vergib ihnen, o Herr!“ Die Polizisten bleiben gebannt stehen. Die Schläuche hängen schlapp in ihren Händen. „Ich kann doch keine betenden Menschen mit Wasser bekämpfen“, murmelt einer. Die Farbigen können weiterziehen.

In der Innenstadt spitzt sich die Situation zu. „Die Nigger haben hier nichts zu suchen! Halt drauf!“, donnert ein Polizist. Mit voller Kraft trifft der Strahl des Wasserwerfers die Menschen. Einige stürzen zu Boden. Ein Kind fängt an zu weinen. Martin Luther King eilt herbei, hilft einer Frau auf die Beine. „Haltet durch! Erhebt keine Hand! Jesus ruft uns auch heute zu: ‚Liebet eure Feinde! Bleibt stark!’“, ermuntert er die Menschen um sich herum. „Amen!“, ertönt es aus einigen Mündern. „Da ist ja dieser Martin Luther King! Los, ergreift ihn! Nehmt ihn fest!“, ordnet der wütende Polizist an. Beamte verhaften Martin und bringen ihn ins Gefängnis. Doch die farbigen Demonstranten lassen sich nicht provozieren. Sie wenden keine Gewalt an.

Gudrun Schriever

Rassentrennung

Zur Zeit von Martin Luther King lebten die Schwarzen und Weißen in den USA in strikter Rassentrennung. Farbige durften nur bestimmte hintere Plätze im Bus einnehmen. Sie mussten eigene Toiletten benutzen; konnten in Restaurants nur in abgegrenzten Bereichen essen. Sie wurden nicht in allen Geschäften bedient, hatten ihre eigenen Schulen und Kirchen. Bei der Arbeit und in der Berufswahl waren sie benachteiligt und wurden schlechter bezahlt. Gegen diese Ungerechtigkeiten leistete Martin Luther King Widerstand.
 

Berühmte Rede

In Washington hielt Martin Luther King seine berühmte Rede: „Ich habe einen Traum ...“ Darin heißt es: „Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der man sie nicht nach ihrer Hautfarbe, sondern nach ihrem Charakter beurteilen wird ...“ An diesem Marsch nach Washington nahmen über 250.000 Menschen teil, davon rund 60.000 Weiße.

Halloween und Jack O'Lantern

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Eine große Katastrophe

Am 28. Juli jährt sich der Ausbruch des Ersten Weltkrieges zum 100. Mal. Der Kried dauerte vier Jahre und es wurden viele technische Neuerungen eingesetzt. Wir geben Euch ein paar Beispiele, welche Erfindungen bis heute noch gebraucht werden.
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Mehr Respekt für unsere Vorfahren

Liefen in der Steinzeit alle nur mit Keulen herum und machten ugaga? Von wegen: Die Urmenschen hatten gute Ideen, viel Kraft und hielten eng zusammen, um in schwierigen Zeiten zu überleben. Im Neanderthal-Museum in Düsseldorf kann man ausprobieren, wie man Feuer ohne Streichhölzer macht und mit Pfeil und Bogen ein Mammut erlegt.