Ganz schön stur

Ich will das nicht! Und wenn er sich auf den Kopf stellt: Ich mache das nicht! Ich gehe nicht zu den Feinden  meines Volkes, um sie zu warnen. Sie sollen ihre Strafe bekommen. Jawohl! Ist mir nur recht, dass Gott sie vernichten will. Und wenn Gott mir zehn Mal den Auftrag gibt, die Bewohner von Ninive zur Umkehr aufzurufen. Ich gehe nicht!
Illustriert von Harald Schröder
Illustriert von Harald Schröder

So fing meine Geschichte jedenfalls an. Und ich bin sicher, Ihr alle wisst, wie sie weiterging. Die Geschichte des ungehorsamen Propheten Jona. Genau: Ich landete im Bauch eines riesigen Fisches. Dort überlebte ich drei Tage und wurde an Land gespuckt. Und ging dann doch nach Ninive.

Aber, begeistert war ich nach wie vor nicht von dieser Rettungsaktion. Gott hatte mich mehr oder weniger gezwungen mitzumachen. Mit dem Sturm und dem Fisch hatte er mir mehr als deutlich gemacht, wer der Boss ist. Aber von „wollen“ konnte bei mir keine Rede sein.
Folglich gab ich mir in Ninive auch nicht besonders viel Mühe, den Leuten ins Gewissen zu reden. Mein Aufruf war ausgesprochen knapp: „Noch vierzig Tage und Ninive ist zerstört!“

Auftrag ausgeführt. Wenn Gott gedacht hatte, ich würde hier feurige Predigten halten, die die Leute dazu bringen, ihr Leben zu verändern, dann hatte er sich gründlich geirrt.
Mir doch egal, wenn sie’s gar nicht mitkriegen. Wenn es sie nicht berührt. Wenn sie mich für einen Spinner halten und fröhlich weiter Böses tun. Doch es war kaum zu glauben. Auf meine mickrigen Worte hin fingen die Leute an Buße zu tun. Sogar der König machte mit. Es war ihnen ernst. Sie sahen ihre Fehler ein, bereuten sie, baten Gott um Vergebung und – wie ich befürchtet hatte –: Gott verschonte sie.

Ich war stinkwütend. Die Aktion hätte Gott sich wirklich schenken können. Da geht er hin und rettet Israels Feinde! Und ich Depp muss dabei mitmachen. Wie sollte es denn jetzt weitergehen? Sollte ich wieder in mein Dorf gehen und dort erzählen: „Ich habe dafür gesorgt, dass unsere Todfeinde gut leben.“ Prima Idee! Meine Freunde und Nachbarn würden begeistert sein. Und selbst wenn ich es nicht erzählte. Die ganze Sache würde sich rumsprechen. Ich könnte mich nirgends mehr blicken lassen.

Am besten würde ich auswandern. Ach was, die ganze Sache war so verfahren: Am liebsten wäre ich tot. „Lass mich doch sterben, Gott!“, schimpfte ich. Aber Gott dachte gar nicht daran. Ich vermute, die Lösung fand er zu einfach. Tot, dann brauchst du nichts mehr zu verändern. Musst dich unangenehmen Menschen und Situationen nicht stellen. Dann hat das Elend einfach ein Ende. So leicht wollte Gott es mir nicht machen.

Liebevoll kümmerte er sich um mich. Er ließ einen Rizinusstrauch wachsen, damit ich mich im Schatten ausruhen konnte. Doch kaum ging es mir ein wenig besser, da fraßen Würmer den Strauch ab. Unbarmherzig brannte die Sonne auf meinen Kopf. Der schöne Baum! Einfach abgefressen. Gott versuchte, mir zu erklären, warum er Ninive nicht  vernichtet hatte: „Jona, dir tut es leid um den Strauch. Du hast ihn nicht gesät und nicht für ihn gearbeitet. Trotzdem trauerst du um den Baum. Mir aber soll es nicht leidtun um Ninive? Um die vielen Menschen die dort leben? Und auch um die Tiere?“ Mit diesen Worten Gottes endet meine Geschichte in der Bibel. Ob ich verstanden habe, was Gott meint? Ob ich es akzeptieren konnte, dass Gott auch meine Feinde liebt? Ob ich mich geändert habe? Was meint Ihr?

Monika Schell
Ausgabe: 
Ob Jona etwas gelernt hat aus seinen eindrucksvollen Erlebnissen mit Gott? Sturm und Fischbauch; eine Stadt, die auf sein Wort hin Buße tut; ein Rizinusstrauch und Würmer. Gott gibt sich viel Mühe mit dem störrischen, ungehorsamen und manchmal sogar frechen Jona. Mit machtvollen Zeichen und klaren Worten will er Jona auf seine Seite bringen.
Genauso wie Jona geht Gott auch uns nach. Immer und immer wieder. Ob wir auf ihn hören wollen oder nicht. Was auch immer wir verbockt haben. Gott gibt uns eine Chance. Mehr noch! Er müht sich um uns. Mit liebevoller Geduld und vielen guten Ideen.

Dem störrischen Gottesmann Jona widmet die Bibel im Alten Testament ein eigenes kleines Buch, das seinen Namen trägt.
Illu: Julia Gierlach

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