Jesus setzt sich ab

Mit einer großen Gruppe pilgerten wir zum Passah-Fest nach Jerusalem. Unser 12-jähriger Sohn Jesus war mit den anderen Jugendlichen zusammen. Alles okay. Doch auf dem Heimweg erlebten wir eine böse Überraschung. Und ich war echt sauer auf meinen Sprössling ...
Julia Gierlach
Julia Gierlach

Wie alle Juden pilgerten wir jedes Jahr nach Jerusalem, um dort das Passah-Fest zu feiern. Das war ein anstrengender Fußmarsch. Von unserem Heimatdorf Nazaret aus wanderten wir etwa 100 Kilometer hin und  100 Kiometer zurück. Deshalb blieben die kleinen Kinder bei den jungen Müttern und den alten Leuten im Dorf zurück. Doch Jesus war inzwischen groß genug, um mit uns, den Verwandten und Nachbarn, zu gehen.

Er freute sich, die große Stadt zu sehen, den Tempel, die vielen Menschen, die von nah und fern zum Fest kamen. Die Jugendlichen nahmen den Weg sportlich: 20 bis 30 Kilometer täglich bei 30 Grad! Während ich jeden Abend vollkommen erschöpft einschlief, erzählten, lachten und sangen sie bis tief in die Nacht hinein. Wenn man auf der letzten Etappe schließlich in der Ferne den Tempel erblickt, der sich majestätisch über der Stadt erhebt, das ist schon ein sehr bewegender Moment. Die letzten Kilometer läuft man gemeinsam mit Zehntausenden Menschen, die alle dem Tempelberg entgegenstreben. Dort angekommen, werden die Pilgergruppen ein wenig auseinandergerissen. Für Frauen und Männer sind unterschiedliche Bezirke des Tempels vorgesehen. Als Frau darf ich den Bereich der Männer nicht betreten. Als ich mit meinen Gebeten fertig war, ging ich zum Ausgang des Tempels.Dort wartete ich auf Josef und Jesus. Gemeinsam gingen wir in unser Nachtquartier. Wir trafen viele Nachbarn wieder.

Eine Woche lang blieben wir in der Stadt und beteten täglich im Tempel. Dann machten wir uns auf den Heimweg. Gemeinsam mit Josef ging ich weit vorne in unserer Pilgergruppe. Wir waren ganz erfüllt von den ereignisreichen Tagen in Jerusalem. Ich hatte das Gefühl, Gott im Tempel ganz nah gewesen zu sein. Dankbar erzählte ich Josef von diesem wunderbaren Gefühl. 
Irgendwie ging ich davon aus, dass Jesus auch jetzt wieder bei den anderen Jugendlichen war. Doch am Abend wurde ich unruhig. Ich hatte ihn den ganzen Tag nicht gesehen! Josef und ich gingen zu den Jugendlichen hinüber. Aber da war er nicht.

Ich spürte, wie Angst in mir hochstieg. Wo konnte der Bengel nur stecken? Wir fragten alle Nachbarn und Verwandten. Doch niemand hatte Jesus gesehen. „Wir müssen ihn unterwegs verloren haben. Vielleicht hat er sich verlaufen. Oder er liegt irgendwo verletzt am Weg!“ Panik breitete sich in mir aus. „Wir müssen umkehren und ihn suchen!“ Längst war die Nacht angebrochen, und es war stockfinster. An eine Rückkehr nach Jerusalem war nicht zu denken. So verbrachten wir eine schlaflose Nacht, in der ich mir die schlimmsten Szenarien ausmalte. Sobald es hell wurde, brachen wir auf. Doch Jesus fanden wir nicht. Nicht am Weg und auch nicht in Jerusalem. Drei Tage lang suchten wir nach ihm. Und meine Verzweiflung wuchs von Tag zu Tag. Endlich kam Josef auf die Idee, noch einmal  zum Tempel zu gehen. Und da saß er. Mitten unter den gelehrten Männern saß Jesus auf dem Boden und diskutierte über die heiligen Schriften.Wir waren vollkommen fassungslos. Was hatte er sich nur dabei gedacht? Ich lief zu ihm: „Kind, wie konntest du uns nur so etwas antun?“, brach es aus mir heraus. „Wir haben dich überall verzweifelt gesucht!“ Jesus schaute mich an: „Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meinem Vater gehört?“ Ehrlich gesagt verstand ich kein Wort von dem, was er da sagte. Und irgendwie war es mir auch egal. Ich war nur froh, dass ich meinen Sohn wiederhatte.  Er ging mit uns zurück nach Nazaret. Nie habe ich vergessen, was damals geschah.

Monika Schell
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