Unglaublich, aber wahr

Um mich herum geschehen seltsame Dinge. Dinge, die ich mir nicht erklären kann. Irgendwie mysteriös. Und gleichzeitig total handgreiflich. Fassbar. Anfassbar. Und ich selber bin ein Teil dieser wundersamen Geschichte. Ich, Malchus. Ein Diener des Hohen­priesters. Ein gestandener Mann. Ein Kämpfer
Julia Gierlach
Julia Gierlach

Es geht um diesen Jesus. Seit ich ihm im Garten Getsemani begegnet bin, lässt er mir keine Ruhe mehr. Dabei könnte ich eigentlich total ruhig sein. Denn Jesus ist gekreuzigt worden. Er hat seine Strafe bekommen. Und er ist tot. Mausetot. So wahr ich hier stehe. Er kann gar nicht mehr in meinem Leben herumspuken.

Aber das tut er! Nein, natürlich nicht als Schlossgespenst mit rasselnden Ketten, eingehüllt in ein weißes Bettlaken. So einen Quatsch würde ich niemals glauben. Aber, seine Jünger erzählen, dass er lebt. Dass er ihnen begegnet ist. Immer mehr solcher beunruhigender Erlebnisberichte machen in Jerusalem die Runde. Hinter vorgehaltener Hand. Heimlich. Denn alle haben Angst, genauso zu enden wie dieser Jesus. Mausetot. Oder vielleicht doch nicht tot? Vielleicht ist es möglich, dass er lebt? Nach allem, was ich in dem Garten mit ihm erlebt habe, traue ich ihm alles zu.

Es ist einige Tage her. Es war finstere Nacht. Eigentlich hatten wir schon Feierabend gemacht. Da kam der Befehl auszurücken. Eine Gefangennahme. Wir waren eine große Gruppe von Männern: Diener des Hohenpriesters Kajaphas, Gerichtsdiener des obersten jüdischen Gerichtes und eine Reihe Soldaten. Die meisten von uns waren mit Knüppeln bewaffnet. Die Soldaten trugen Schwerter. Ein beeindruckendes Aufgebot. „Das muss ja ein furchterregender Kerl sein, den wir da einfangen sollten“, dachte ich so bei mir.

Ein junger Mann sollte uns führen. Er schien mir sehr nervös. „Ein Freund von diesem Jesus“, erzählte einer, der ihn kannte. Hm, einer, der seinen Freund verrät. Das machte ihn nicht symaptischer. Immerhin wusste er genau, wo er hin wollte.

Als wir den Garten Getsemani am Fuße des Ölbergs betraten, wandte er sich zu uns um. „Den Mann, den ich küssen werde, den müsst ihr festnehmen.“

Unsere Fackeln und Laternen leuchteten grell in der Finsternis. Rasch hatten wir diesen Jesus gefunden. Was für ein erbarmungswürdiges Bild! Er stand alleine da. Ringsum lagen seine Freunde. Höchstens elf Mann. Sah aus, als hätten sie bis vor Kurzem tief und fest geschlafen. Sie waren vollkommen überrumpelt.

Unser Führer ging auf Jesus zu und küsste ihn. Da packten wir ihn. Ich und einige andere. Doch da kam plötzlich Leben in diese schlappen Gestalten am Boden. Einer von ihnen sprang auf. Er zog ein Schwert. Und, bevor ich wusste, wie mir geschah, hatte er mir ein Ohr abgeschlagen! Schreiend stürzte ich zu Boden. Mein Kopf war ein einziger unterträglicher Schmerz. Ein Tumult brach aus. „Hört auf!“, befahl eine Stimme. Und plötzlich – Stille. Jemand neigte sich zu mir herab. Er legte seine Hand dorthin, wo der Schmerz tobte. Fasste hinein, mitten in die grauenhafte Wunde. Berührte mich. Und ich war geheilt.

Meine Kollegen packten ihn und schleppten ihn fort. Wie in Trance stolperte ich hinter ihnen her. Jesus wurde verurteilt und, wie gesagt, gekreuzigt. Aber, was, wenn es wahr ist? Wenn dieser Jesus wirklich lebt?

Monika Schell
Malchus erlebt einen Albtraum: Wie aus dem Nichts taucht ein Mann auf und schlägt ihm ein Ohr ab. Eine ziemlich scheußliche und sicherlich sehr schmerzhafte Geschichte. Doch dann erlebt er ein Wunder: Jesus heilt ihn. Seinen Feind. Und dann kursiert diese unglaubliche Geschichte, dass Jesus lebt. Er ist auferstanden.

Malchus hat viele Möglichkeiten, mit welcher Haltung er sein Leben weiter gestalten möchte. Er kann auf ewig wütend sein auf Jesus und seine schlagwütigen Kumpel. Oder dankbar, dass er wieder heil ist. Und er könnte sich entscheiden, an die Auferstehung zu glauben.

Wie entscheidest du dich?


Die Geschichte von Malchus steht in allen vier Evangelien. Sie wird überall ein wenig anders erzählt. Du findest sie zum Beispiel im Lukas-Evangelium, Kapitel 22, in den Versen 49 bis 51.
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