Mord auf dem Acker

Kein Krimi ohne Leiche. Mord und Totschlag sind an der Tagesordnung. Doch wie kommt es, dass Menschen zu so etwas in der Lage sind? Dass sie so grausige Dinge tun? Eine Erklärung gibt die Bibel mit der uralten Erzählung von Kain und Abel.
Illu: Julia Gierlach
Illu: Julia Gierlach

Ich habe meinen kleinen Bruder Abel ermordet. Erbarmungslos und brutal habe ich ihn niedergeschlagen. Dafür gibt es keine Entschuldigung. Und vor allem: Das kann ich nie wiedergut-machen. Trotzdem möchte ich, dass du verstehst, was passiert ist. Vielleicht als Warnung: Gib acht! Lass es niemals so weit kommen. Du hast es in der Hand. Wenn ich heute zurückschaue, dann weiß ich: Ich hatte die Wahl. Unsere Geschichte hätte nicht so enden müssen. Ich hätte etwas dagegen tun können. Aber ich habe mich anders entschieden. Und infolgedessen einen grauenhaften Mord begangen.

Vielleicht meinst du: So etwas würde mir nie passieren! Nun ja, dass ich so enden würde, hätte ich ehrlich gesagt auch nie gedacht. Bei meiner Geburt war meine Mutter Eva überglücklich. Ich war ein Wunschkind. Und meine Eltern liebten mich sehr. Auch als mein Bruder zur Welt kam, war alles noch in Ordnung. Klar, als Kinder kebbelten und zankten wir manchmal. Aber eigentlich war Abel schwer okay. Und ich war froh, dass es meinen Bruder gab.

Als wir erwachsen waren, erlernten wir Berufe: Ich war Ackerbauer. Abel wurde Schafhirte. Wir waren beide sehr erfolgreich und hatten ein gutes Auskommen. Wir wussten: Das alles verdanken wir Gott. Er sorgte für uns. Er ließ mein Korn wachsen und Abels Schafe gedeihen. So beschlossen wir eines Tages, Gott einmal richtig Danke zu sagen. Wir nahmen einen Teil unserer Ernte und gaben diesen Teil Gott. Ich suchte die schönsten Ähren, Früchte und das beste Gemüse aus. Abel nahm eines seiner erstgeborenen Schafe und schenkte es Gott. Opfern nannte man das zu unserer Zeit.

Und dann passierte es: Gott nahm mein Opfer nicht an! Er schaute nur auf Abels Gabe. Meine herrlichen Gaben, die ich so liebevoll ausgesucht hatte, schaute er gar nicht an! Siedend heiß überlief es mich. Wut und Enttäuschung brodelten in mir. Zornig starrte ich vor mich hin. Tausend Gedanken rasten durch mein Gehirn: Gott hat Abel lieber als mich. Von mir will er nichts wissen. Ist das ungerecht! Und immer wieder die Frage: Warum? Verbittert zog ich mich in mich selber zurück. Ich wollte nichts mehr mit meinem blöden Bruder zu tun haben. Und mit Gott schon gar nicht.

Doch Gott ließ mich nicht in Ruhe. Er ermahnte mich: „Kain. Warum wird dir so heiß? Und warum senkst du deinen Blick? Gib acht darauf, was du tust: Wenn du jetzt gut handelst, wird nichts Schlimmes geschehen. Aber wenn du dich von deiner Wut und deiner Verletzung leiten lässt, dann wirst du Böses tun.“ Aber ich konnte oder wollte das alles nicht hören. Ich lud meinen Bruder ein: „Komm mit aufs Feld.“ Arglos ging Abel mit. Dort tötete ich ihn.

Vielleicht denkst du immer noch: So was kann mir nicht passieren. Nun, vielleicht wirst du niemanden umbringen. Aber: Wenn Menschen nur noch um sich selber kreisen. Wenn sie ihrem Zorn freie Hand lassen. Wenn sie nicht mehr auf Gottes Warnungen hören, dann tun sie schlimme Dinge. Bestimmt hast auch du das schon erlebt: Dann wird man gemein zu anderen. Verletzt jemanden, mit Worten oder vielleicht sogar mit Taten. Dafür ist meine Geschichte ein trauriges Beispiel.

Monika Schell
 
Hast du Geschwister? Dann kennst du vermutlich Kains Problem: Du fühlst dich ungerecht behandelt. Dein Bruder, deine Schwester wird von den Eltern (anscheinend) bevorzugt. Für Einzelkinder: So etwas kann man auch mit Freunden erleben. Die werden vom Lehrer, Gruppenleiter, Pfarrer anderen vorgezogen. Kain ist darüber wütend. Alles ganz normal. Doch dann lässt Kain zu, dass die Wut in ihm übermächtig wird. Und schlägt zu. Die Bibel meint: Achtung! Wer nur auf sich schaut, verliert leicht die Kontrolle. Dann geht etwas kaputt in der Beziehung zwischen Menschen. Was manchmal nicht mehr zu reparieren ist.

Die Geschichte vom Brudermord kannst du nachlesen im Buch Genesis, Kapitel 4, die Verse 1 bis 16.
Julia Gierlach

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