Ballgefühl auf engstem Raum

Was haben Cristiano Ronaldo, Lionel Messi und Neymar gemeinsam? Sie sind begnadete Fußballer. Und: Vor ihrer Fußball-Karriere haben sie Futsal gespielt.
Fotos: Achim Hehn
Fotos: Achim Hehn

Den Ball eng am Fuß, läuft Rafaela auf ihren Trainer zu. Ein kurzer Blick, eine schnelle Körpertäuschung und schon ist die Zwölfjährige an ihm vorbei. „Yeah, Rafi!“, jubeln ihre Mitspielerinnen. Rafi grinst. „Sie ist wendig und führt den Ball sehr gut am Fuß, die besten Voraussetzungen für Futsal“, analysiert Trainer Nitha. Futsal wird der technisch anspruchsvolle und schnelle Hallenfußball genannt, der in Brasilien sehr populär ist. Und auch in Deutschland wird er immer beliebter. Linien wie beim Handball sind die Spielfeldbegrenzungen. Auch geschossen wird auf Handballtore. Der größte Unterschied zum Fußball ist aber der Ball. „Wir spielen mit einem Ball, der weniger springt. Daher sind Dribblings viel besser möglich. Man hat mehr Gefühl am Ball“, erklärt Rafi. Dieses Ballgefühl kann sie auch direkt unter Beweis stellen.

Strammer Schuss
Trainer Nitha hat Hütchen aufgebaut: „Ihr dribbelt um die Hütchen, zieht nach dem letzten in die Mitte und schießt aufs Tor! Haben das alle mitbekommen?“ Bei 19 Mädels, die zur U13-Mannschaft des FSV Mädchenpower Hilden gehören, ist diese Frage mehr als berechtigt. Die Mädels lachen und quatschen wild durcheinander, sind aber auch schnell wieder bei der Sache. Auch Hannah, die erste Torhüterin der Mannschaft, reiht sich bei dieser Übung ein. „Mein Vorbild ist Manuel Neuer. Der ist ja nicht nur ein ausgezeichneter Torwart, sondern kann auch richtig gut Fußball spielen“, sagt Hannah. Beim Futsal wird fünf gegen fünf auf einem Handballfeld gespielt. Der Torwart hat die Möglichkeit, als fünfter Feldspieler zu agieren. Der zwölfjährigen Hannah macht das sichtlich Spaß, und sie knallt Jolina, der zweiten Torhüterin, den Ball ins Netz.

Und Knallen ist wortwörtlich gemeint. Viele der Mädchen haben einen richtig strammen Schuss. So wie Carolin. Sie holt mächtig aus und schießt. Dabei fliegt nicht nur der Ball, sondern auch eines der Hütchen gleich mit Richtung Tor. Die Mädchen grölen und lachen. „Sie ist mit zehn Jahren die Jüngste im Team und könnte noch in der U11 spielen, aber sie soll sich hier bei uns schon einmal beweisen“, sagt Trainer Nitha. Der FSV Hilden ist ein reiner Mädchenverein und stellt Mannschaften von der U11 bis zur U17. Da es im Juniorenbereich derzeit noch keine reinen Futsal-Ligen gibt, spielen die Nachwuchskickerinnen im Winter Futsal und im Sommer draußen Fußball. „Alles, was die Mädels beim Futsal lernen, kommt ihnen natürlich beim Fußball zugute“, erklärt Nitha.

Offiziell dauert ein Futsal-Match zwei Mal 20 Minuten. Damit aber alle Mädchen zum Einsatz kommen, wird beim Training nur zwei Mal fünf Minuten gespielt. Hannah treibt das Spiel von hinten an. Ein Kurzpass ins Mittelfeld, dann weiter nach außen. Rafi hat sich in Position gebracht und kommt zum Torschuss. Pfosten. Zeit zum Ärgern bleibt ihr nicht, denn die andere Mannschaft spielt nun schnell nach vorne. Nachdem alle Spielerinnen zum Einsatz gekommen sind, beendet Nitha das Training. Viele Mädchen stürmen direkt aus der Halle. Rafi hat sich noch einmal den Ball geschnappt. „Ich schaue mir Videos auf YouTube an und versuche, die Tricks nachzumachen“, sagt sie. Und wessen Videos schaut sie sich an? Natürlich die des ehemaligen Futsal-Spielers Cristiano Ronaldo.

Steffi Mager

 

Heimat des Futsals: Brasilien

Junge Männer in São Paulo waren um das Jahr 1950 die Ersten, die auf engstem Raum Fußball spielten. Weil es in der brasilianischen Großstadt zu wenig Fußballplätze gab, spielten sie fünf gegen fünf auf Basketballfeldern. Nur: Ein normaler Fußball hüpfte zu sehr und sprang daher oft aus dem Spielfeld. Doch die Spieler waren clever. Sie verkleinerten das Volumen des Balles und vergrößerten das Gewicht. Eine neue Sportart war geboren. In Brasilien nannten sie sie Futsal: „Sportart des schweren Balles“. Seit dem Jahr 1989 ist Futsal auch der offizielle Hallenfußball des Fußball-Weltverbandes FIFA.
 

FSV Hilden


Mehr über den Verein und eine Videobotschaft von Fußballerin Alexandra Popp findest du unter: www.fsvhilden.de
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