Ein gigantischer Feuerball

Schon einige Male ist Werner als Schiffsjunge mit der Hindenburg geflogen. Er liebt es, mit dem riesigen Zeppelin über Meere, Berge, Städte und Wälder zu fliegen. Diesmal ist die Hindenburg mit 36 Passagieren und 61 Mann Besatzung auf dem Weg nach New York.

Nach drei Tagen Flugzeit drehen sie eine Ehrenrunde über der größten Stadt der Welt. Werner drückt sich an der Scheibe in der Offiziers-Messe die Nase platt. Ein Ozean von Häusern, so weit das Auge reicht. Züge, Busse und Straßenbahnen wuseln kreuz und quer durch die Straßen. Dazwischen winden sich unzählige kleine Automobile. Die Gehwege sind von Menschen bevölkert. Ein Gewimmel wie in einem Ameisen­haufen.Leider dürfen sie noch nicht landen. Ein Gewitter ist aufgezogen. Der Kommandant am Boden fürchtet die Blitze auf dem hochexplosiven Gefährt. So drehen sie ab und kreuzen über der Küste, bis das Unwetter abgezogen ist.

Werner ist enttäuscht. Zu gerne würde er mit seinen Kollegen durch die Stadt streifen, bevor sie um Mitternacht zurückfliegen. Dafür sieht es ziemlich düster aus. Der Abend ist schon angebrochen. Werner beeilt sich beim Spülen. Er will mit der Arbeit fertig sein, wenn sie landen. Vielleicht bleibt ja doch noch ein wenig Zeit. Vom Foyer her hört er, dass die Mannschaft sich für die Landung bereit macht. Kurz darauf wird Gas abgelassen und Ballast abgeworfen. Die Halteleinen für die Bodenmannschaft werden heruntergeworfen.Werner räumt eine Tasse in den Schrank, da geht ein Ruck durch das Schiff. Das Geschirr rutscht aus den Fächern und zerschellt auf dem Fußboden. Werner reißt die Tür zum Flur auf. Ein riesiger Feuerball tobt am Schiffsende. Über ihm explodieren die Wasserstoff-Tanks. In Sekundenschnelle sackt das gigantische Schiff hinten ab. Es steht beinahe senkrecht in der Luft. Werner droht, in die Feuersbrunst hineinzurutschen. 
Verzweifelt packt er ein Seil an den Flurwänden. Benommen klammert er sich fest.

Da! Ein Wassertank hat sich gelöst und bricht krachend auseinander. Ein heftiger Schwall ergießt sich über den Jungen und rüttelt ihn wach. Vor sich erblickt er die Luke, durch die die Crew Proviant ins Schiff lädt. Als die Schiffsspitze sich ein wenig neigt, verliert Werner keine Zeit. Er klettert auf die Luke zu. Mit den Füßen stößt er sie auf.

Die Erde rast auf ihn zu, als der brennende Zeppelin fällt. Werner springt. Ein letztes Mal hebt der Zeppelin sich ein wenig empor. Werner rennt umsein Leben. Da kracht der Koloss hinter ihm zu Boden. Als Werner endlich stehen bleibt, rennen Sanitäter und Feuerwehrleute über das Rollfeld. Fassungslos schaut er an sich hinab. Er ist klatschnass. Und er friert. Aber er lebt. Werner dreht sich um. Die Hindenburg ist ein einziges Flammenmeer. Unglaublich, dass er diesem Inferno lebend entkommen ist. 36 Menschen sterben bei dieser Katastrophe.

Monika Schell
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