Leonardo da Vinci - das Universalgenie

Er war Maler, Bildhauer, Erfinder, Architekt, Musiker, Bühnenautor und Philosoph. Schon als Kind beobachtete Leonardo alles haargenau und hatte geniale Ideen.
Illu: Andreas Ganther
Illu: Andreas Ganther

Francesco, Francesco! Schau das Wasser des Baches, wie es fließt! Warum bewegt es sich? Woher kommt es?“, sprudelt es aus Leonardo heraus. Er streckt seine Hand ins Wasser und spürt die Strömung. Der aufgeweckte Junge ist gern mit seinem Onkel Francesco unterwegs. Er liebt es, durch die Natur zu streifen. Mit wachen Augen beobachtet er seine Umwelt. Nimmt alles in sich auf. Will die Dinge und Abläufe verstehen.

„Wow, ein Adler! Wie elegant er fliegt und sich durch die Luft gleiten lässt.“ Fasziniert blickt Leonardo in den Himmel. Er schützt mit der Hand seine Augen gegen die Sonne. Und schon schießen ihm die nächsten Fragen durch den Kopf. „Francesco, warum können Vögel fliegen? Und warum können wir es nicht?“, will er von seinem Onkel wissen. „Du und deine Fragen!“, lacht Francesco. „Vögel haben Flügel, wir nicht!“

Während sein Onkel, ein Landgutbesitzer, die Rebstöcke im Weinberg kontrolliert, klettert Leonardo ganz nach oben auf den Weinberg. Er nimmt auf einem Stein Platz und beobachtet den Adler. Aus seiner Umhängetasche zieht er Papier und Stift. Völlig in seine Betrachtung versunken, macht er Skizzen vom Raubvogel. Zeichnet den Kopf, den Adler im Flug, detailgetreu einen ausgebreiteten Flügel. Und schließlich skizziert er einen großen Flügel, eine Art Flugapparat mit Lederband.

„Wir müssen uns einfach Flügel anschnallen. Dann könnten wir bestimmt auch fliegen!“, murmelt er vor sich hin. Plötzlich steht sein Onkel hinter ihm und schaut ihm über die Schulter. „Der Adler sieht wirklich echt aus. Woher du das nur so gut kannst?!“, bewundert er die Zeichnung seines Neffen. Gemeinsam machen sie sich auf den Heimweg. Leonardo lebt bei seinem Großvater Antonio, einem gebildeten Landedelmann. „Großvater, ich habe einen Adler beobachtet. Fliegen ist toll!“, aufgeregt läuft Leonardo auf Antonio da Vinci zu. Interessiert hört dieser seinem Enkel zu.

„Wollen wir noch ein bisschen zusammen lesen und schreiben?“, fragt Antonio da Vinci. Er ist darauf bedacht, seinen Enkel gut zu erziehen und zu bilden. „Ja, Großvater!“, nickt Leonardo. Am Tisch sitzend, macht sich Leonardo mit Feuereifer an die Aufgabe. Er zieht Tintenfass und Feder zu sich heran und beginnt zu schreiben. „So ein Mist! Schon wieder verwischt!“, schimpft Leonardo vor sich hin. Er ist Linkshänder.

Wenn er schreibt, verwischt er mit seiner linken Hand die frische Tinte. „Du musst ordentlicher arbeiten. Versuch es doch einmal mit rechts“, schlägt sein Großvater vor. „Das geht nicht“, schüttelt Leonardo resigniert den Kopf. Aber so schnell gibt der pfiffige Junge nicht auf. „Es muss doch irgendwie gehen“, überlegt er angestrengt. Dann huscht ein Lächeln über sein Gesicht: „Ich hab‘s! Ich schreibe anders herum, in Spiegelschrift!“ 

Wenig später hat er ein Blatt Papier sauber beschrieben. Stolz zeigt er es seinem Großvater. „Das sieht fabelhaft aus. Aber das kann keiner lesen. Was ist das?“, schaut Antonio da Vinci erstaunt auf das Papier. „Doch Großvater – ich kann das lesen. Und du auch – mit einem Spiegel, schau!“, erklärt Leonardo ihm. Er hält einen Spiegel ans Papier. „Tatsächlich! Großartig, Leonardo! Du bist ein kluger Junge!“, lobt der Großvater seinen Enkel erfreut. Diese schöne und geheimnisvolle Schrift hat Leonardo sein Leben lang beibehalten.

Gudrun Schriever

Berühmte Kunstwerke 

Foto: Shutterstock/Jakub Krechowicz
Foto: Shutterstock/Jakub Krechowicz

Bei seinen Zeichnungen wollte Leonardo die Wirkung von Licht und Schatten und die Perspektive richtig darstellen. Ebenso versuchte er die Bewegung beim Malen einzufangen, damit das Bild lebendig wirkte. Zu seinen berühmtesten Gemälden zählen: Mona Lisa, Das letzte Abendmahl, Felsengrottenmadonna, Johannes der Täufer und Die Dame mit dem Hermelin.

 

Tierfreund

Leonardo war ein großer Tierfreund. Er war davon überzeugt, dass Tiere Schmerz empfinden können – genau wie Menschen. Zur damaligen Zeit glaubten seine Mitmenschen das nicht. Leonardo wollte keinem Tier Leid zufügen. Deshalb wurde er Vegetarier. Das war sehr ungewöhnlich. Auf dem Markt kaufte er einem Vogelhändler alle Vögel ab und ließ sie aus ihren Käfigen frei. „Kein Tier verdient es, eingesperrt zu werden!“, war seine Meinung.
 
Harald Schröder

Der große Fahrradcheck

Draußen lacht die Sonne und lockt zu einer Fahrradtour. Damit du keine bösen Überraschungen unterwegs erlebst, solltest du dein Rad vor der großen Tour einmal gründlich durchchecken.
Andreas Ganther

Über das Meer der Finsternis

Indianer – so nennen wir noch heute die Ureinwohner Amerikas. Der Seefahrer Christoph Kolumbus gab ihnen diesen Namen. Er landete vor 525 Jahren mit seinen Schiffen in Amerika. Aber er war fest davon überzeugt, „las Indias“ erreicht zu haben. Ein großer Irrtum.
gettyimages

Erforscher der Meere

Die Welt unter Wasser: für Cousteau gab es nichts Faszinierenderes! Er wollte Fische und Pflanzen besser erforschen und schützen. Unterwegs mit seinem Forschungsschiff Calypso erlebte er viele Abenteuer.
Andreas Ganther

Hof-Theater

Wir schreiben das Jahr 1759. Am Königshof in Wien herrscht freudige Aufregung. Die Prinzen und Prinzessinnen studieren ein Theaterstück ein. Sie wollen ihren Vater damit überraschen.