Kämpfer für eine bessere Welt

Jeder darf seine Meinung sagen und niemand darf dafür bestraft werden. Für uns ist das heute ganz normal. Aber Hans und Sophie Scholl lebten in einer Zeit, in der sie genau dafür getötet wurden.
Illu: Andreas Ganther
Illu: Andreas Ganther

"Man muss den Menschen doch sagen, was wirklich passiert“, schreit Hans voller Wut. „Aber wir müssen auch sehr vorsichtig sein, dass wir nicht erwischt werden“, antwortet seine jüngere Schwester Sophie. „Ich weiß, dass es riskant ist. Aber das ist es mir wert“, erwidert ihr Bruder. Es ist eine schlimme Zeit, in der sich die beiden gerade befinden. Seit vier Jahren herrscht in Deutschland Krieg. Viele Menschen werden von der deutschen Regierung verfolgt, verhaftet und sogar getötet.

Hans und Sophie sitzen zusammen mit ihren Freunden Willi, Christoph und Alexander im Keller eines Hauses. Es ist dunkel. Sie wollen nicht entdeckt werden. Um sie herum stehen Schreibmaschinen. Der ganze Boden liegt voller Papier. Was die Freunde da unten tun? Flugblätter drucken – und zwar eine ganze Menge. Die fünf wollen damit zeigen, welche Meinung sie vertreten: dass es grausam ist,  wenn Menschen massenhaft eingesperrt und getötet werden. Den Krieg wollen sie ganz schnell beenden. Und alle Deutschen sollen sich ihnen an­schließen. Das Problem an der Sache: Der Reichskanzler Adolf Hitler hat den Bürgern verboten, ihre Meinung zu äußern. Niemand darf die deutsche Regierung kritisieren. Aber genau das tun die Geschwister Scholl und ihre Freunde mit den Flugblättern.

Riskant
„Leistet Widerstand, wo immer ihr auch seid! Das klingt doch gut, oder?“ meint Hans und tippt seine Worte in die Schreibmaschine. „Ich glaube, wir gehen hier einen Schritt zu weit, Hans“, meint Willi. „Verstehst du denn nicht, dass wir nicht länger schweigen dürfen?“, antwortet Hans ärgerlich. Weil die ganze Arbeit so riskant ist, gibt es innerhalb der Gruppe immer mal wieder Streit. Sie sind sich nicht immer einig. Keiner weiß, wie weit sie gehen können und dürfen, ohne dass sie entdeckt werden. Nach dem Drucken müssen die Blätter noch verteilt werden. Das ist der gefährlichste Schritt an der ganzen Aktion. Keiner darf die Freunde dabei erwischen, weil sie dann verhaftet werden. Viele Flugblätter versenden sie deswegen auch per Post. Fünf verschiedene Flugblätter hat die Gruppe bereits verteilt. Das sechste ist gerade fertig geworden.

„Das nehme ich morgen in einem Koffer mit zur Universität und verteile es heimlich“, sagt Hans zu seinen Freunden. „Und ich werde dir dabei helfen“, ergänzt Sophie. Die anderen in der Gruppe halten diesen Plan für verrückt und viel zu gefährlich. Aber sie können die Geschwister nicht mehr davon abbringen. So gehen Hans und Sophie am nächsten Tag, dem 18. Februar 1943, mit einem Koffer voller Flugblätter an ihre Universität in München. Zu Beginn schleichen sie vorsichtig und unauffällig durch die Gänge und verteilen die Flugblätter überall. Aber mit der Zeit werden sie leichtsinniger. Im obersten Stockwerk nimmt Sophie einen ganzen Stapel Blätter und wirft sie hinunter in die Aula der Uni. Was Hans und Sophie nicht bemerken: Sie werden beobachtet. Als fast alle Flugblätter verteilt sind, steht ihnen plötzlich der Hausmeister der Uni gegenüber. Ohne zu zögern nimmt er die beiden mit und liefert sie bei der Gestapo (Geheime Staatspolizei) ab.

Die Gestapo steckt die Geschwister ins Gefängnis und verhört sie. In ihrer Wohnung werden Schreibmaschinen und jede Menge Papier gefunden. Nun können Hans und Sophie nicht mehr leugnen, dass sie in den Augen des Staates ein Verbrechen begangen haben. Nur vier Tage nach ihrer Festnahme werden sie zum Tode verurteilt. Sie sterben im Alter von 21 und 24 Jahren. Zwei Jahre nach dem Tod der Geschwister Scholl verlor Deutschland den Krieg. Adolf Hitler brachte sich danach selbst um. Erst dann war die schreckliche Zeit vorbei. Die Menschen konnten nun in Sicherheit leben. Seitdem dürfen sie wieder sagen, was sie denken, ohne Angst zu haben.

Eva Bernarding

„Weiße Rose“

Die Gruppe von Hans, Sophie und ihren Freunden nannte sich „Die Weiße Rose“. Wieso sie diesen Namen wählten, ist nicht bekannt. Sie waren gegen die Gewalt der deutschen Regierung. Man sagt: Sie leisteten Widerstand. Sie wollten die deutsche Bevölkerung ebenfalls zum Widerstand auffordern. Allerdings war dies streng verboten. Trotz der Gefahr ließen sie sich aber nicht davon abhalten. Sie bezahlten dies mit ihrem Leben. Weil sie so mutig waren, sind heute noch viele Schulen nach ihnen benannt.
 

Gestapo

Gestapo ist die Abkürzung für „Geheime Staatspolizei“. Sie verfolgten und verhafteten die Menschen, die Hitler nicht in Deutschland haben wollte. Dabei wendeten sie Gewalt an bei Verhören, um Geständnisse zu erpressen. Die Gefangenen wurden zum Beispiel beschimpft, bedroht und geschlagen.
Illu: Andreas Ganther

Der Held mit dem Bart

Jedes Kind in Tirol kennt den Mann mit dem Bart: den Helden und Freiheitskämpfer Andreas Hofer. Für seine Heimat und seinen Glauben legte der Mann aus den Bergen sich mit Königen und Kaisern an.
Illu: Andreas Ganther

Leonardo da Vinci - das Universalgenie

Er war Maler, Bildhauer, Erfinder, Architekt, Musiker, Bühnenautor und Philosoph. Schon als Kind beobachtete Leonardo alles haargenau und hatte geniale Ideen.
Andreas Ganther

Über das Meer der Finsternis

Indianer – so nennen wir noch heute die Ureinwohner Amerikas. Der Seefahrer Christoph Kolumbus gab ihnen diesen Namen. Er landete vor 525 Jahren mit seinen Schiffen in Amerika. Aber er war fest davon überzeugt, „las Indias“ erreicht zu haben. Ein großer Irrtum.
Harald Schröder

Der große Fahrradcheck

Draußen lacht die Sonne und lockt zu einer Fahrradtour. Damit du keine bösen Überraschungen unterwegs erlebst, solltest du dein Rad vor der großen Tour einmal gründlich durchchecken.