Ein Star bin ich nicht!

Maurizio Magno ist ein erfolgreicher Kinder­schauspieler. Gerade läuft „Burg Schreckenstein 2“ in den Kinos an. Dort erlebt er als Internatsschüler viele Abenteuer. Wie ein Star fühlt sich Maurizio aber nicht. Und wenn er auf der Straße erkannt wird, ist ihm das eher unangenehm.
Foto: Concorde Filmverleih
Foto: Concorde Filmverleih

Maurizio Magno führt eigentlich zwei Leben. Auf der einen Seite ist er ein ganz normaler 14-Jähriger, der am liebsten mit seinem Kumpel Leo abhängt, auf dem Fußballplatz steht oder eintaucht in spannende Fantasy-Bücher. Auf der anderen Seite ist Maurizio bereits ein professioneller Schauspieler, der schon in vielen Filmen mitgespielt hat. Zum Beispiel konnte man ihn drei Jahre lang in der TV-Serie „Herzensbrecher“ sehen. Auch in den Kinofilmen „Kokowääh 2“, „Rubinrot“ und „Burg Schreckenstein“ hat er mitgespielt. Im Dezember kommt er nun wieder auf die große Leinwand: In der Fortsetzung von „Burg Schreckenstein“ schlüpft er in die Rolle von Stephan, der zusammen mit seinen neuen Freunden im Internat spannende Abenteuer erlebt.

Maurizio hat bereits mit vielen berühmten Erwachsenen Filme gedreht. Regelmäßig steht er im Blitzlichtgewitter der Fotografen auf dem roten Teppich. Wie ein Star fühlt er sich aber trotzdem nicht. „Ich rede nicht viel über das Schauspielern“, sagt er. Und wenn ihn ab und zu mal jemand auf der Straße erkennt, dann ist ihm das eher unangenehm: „Na ja, die Leute erkennen dann ja nur die Rolle, in der sie mich gesehen haben, nicht mich.“ Autogramme muss der 14-Jährige aber häufig geben: Regelmäßig bekommt er Post von Fans, denen er dann eine persönlich unterschriebene Autogrammkarte zurückschickt.

Im Schulstress
Doch wie schafft es Maurizio, die Schauspielerei und die Schule unter einen Hut zu bringen? Ganze zwei Monate fiel für den 14-Jährigen der Unterricht aus, als „Burg Schreckenstein 2“ gedreht wurde. „Ich kam tatsächlich erst kurz vor den Sommerferien zurück in die Schule. Also genau dann, wenn dort nicht mehr viel passiert“, lacht Maurizio. Was verlockend klingt, ist in Wahrheit Ausdruck großer Disziplin. Der verpasste Schulstoff muss nämlich nachgeholt werden – alleine oder mit Nachhilfelehrern. „Klar ist es stressig, tagsüber zu drehen und abends und am Wochenende lernen zu müssen. Aber das Schauspielern macht mir einfach unglaublich viel Spaß! Da nehme ich das gerne in Kauf“, sagt Maurizio. Außerdem kann er sich schlechte Noten gar nicht erlauben: „Nur wenn man ein guter Schüler ist, bekommt man von der Schule eine Unterrichtsbefreiung. Ich wäre also schön dumm, wenn ich mich auf die faule Haut legen würde, schließlich will ich auch weiterhin Filme machen.“

Film-Familie
Maurizio ist nicht der Einzige in seiner Familie, der Spaß am Schauspielern hat. Von seinen vier Geschwistern spielen drei ebenfalls hin und wieder in Filmen mit. „Unser Vater ist von Beruf Kameramann“, erzählt Maurizio. Seine Geschwister und er seien damit groß geworden, ständig gefilmt zu werden. „Das hat uns immer schon gut gefallen.“ Vater Valerio hat alle besonderen Ereignisse im Familienleben mit der Kamera festgehalten. Am Ende eines Jahres wurden diese dann zu einem persönlichen Rückblick zusammengeschnitten. „Daraus wurden dann manchmal zweistündige Filme“, erinnert sich Maurizio.

Irgendwann entdeckte der Junge, dass es ihm Spaß macht, vor der Kamera in andere Rollen zu schlüpfen. „Das Faszinierende  am Schauspielern ist, dass man nicht immer man selber sein muss“, erklärt er. „Man kann jemanden verkörpern, der so ist, wie man selber niemals sein wird. Oder auch so, wie man niemals sein möchte.“ Maurizio würde aber längst nicht alle Rollen spielen: „Einmal sollte ich einen Jungen spielen, der sich eine Pistole an den Kopf hält. Das habe ich dann nicht gemacht, das fand ich viel zu krass.“

Dass er in einer so großen Familie lebt, gefällt „Mau“ übrigens sehr. „Bei uns ist immer was los! Und wenn man so viele Geschwister hat wie ich, hat man auch immer einen zum Quatschen oder zum Kicken.“ Apropos: Fußball ist eindeutig Maurizios zweite große Leidenschaft. Er spielt im Verein als rechter Stürmer und schaut sich auch gerne Spiele im Fernsehen oder im Stadion an. Am liebsten fiebert er mit seinem Lieblingsverein mit: dem FC Liverpool, einem der erfolgreichsten Vereine Englands.

Fußball-Glück
Und dass er mit seinen 14 Jahren schon dreimal eine Weltmeisterschaft besuchen konnte, liegt wohl daran, dass Maurizio einen guten Draht zur Glücksfee hat: 2010 gewann er bei einem Preisausschreiben und durfte in Südafrika an der Hand von Ghanas Stürmer André Dede Ayew ins Stadion laufen. 2011 fiel das Losglück wieder auf ihn, diesmal bei der Frauen-Fußballweltmeisterschaft in Deutschland. Und als er dann 2014 zum dritten Mal ein Preisausschreiben gewann, zweifelte niemand mehr daran, dass Maurizio ein echter Glückspilz ist. „Das war ein besonders tolles Erlebnis“, erinnert er sich. „Meine Mutter und ich durften nach Brasilien fliegen und waren beim Spiel Deutschland gegen die USA im Stadion. Aber wir hatten auch das große Glück, im selben Hotel zu wohnen wie die deutsche Nationalmannschaft!“ Auf einem Handy-Foto sieht man Maurizio stolz lachend an der Seite von Mario Götze. „Den haben meine Mutter und ich da zufällig getroffen.“

Abgesehen von seinem Lotterie-­Glück und seinem Erfolg als Jung-­Schauspieler führt Maurizio aber ein „ganz normales Leben“, versichert er. „Ich mache die gleichen Dinge gerne wie alle Jungs in meinem Alter. Action- und Superheldenfilme schauen, BMX-Rad fahren, schwimmen gehen. Und ich habe die gleichen Sorgen. Zum Beispiel, dass wir die Natur zerstören und damit unseren Planeten.“ Und wenn er selber Superheldenkräfte haben könnte, welche wären das dann? Maurizio muss nicht lange überlegen: „Ich könnte die vielen super schönen Momente in meinem Leben alle festhalten und jederzeit noch einmal erleben!“

Heike Nickel

Burg Schreckenstein 2

Ab dem 7. Dezember läuft „Burg Schreckenstein 2“ in den Kinos. In der Fortsetzung des Films spielen sich das Jungen-Internat Schreckenstein und das Mädchen-Internat Rosenfels wieder abenteuerliche Streiche bei den alljährlichen Wettkämpfen am Kapellsee. Doch ein Zwischenfall sorgt für Aufregung: Graf Schreckenstein stürzt mit seinem Zeppelin ab. Er kann sich zwar in letzter Sekunde retten, muss aber mehrere Wochen im Sanatorium verbringen – und ist dadurch pleite. Sein Vetter Kuno sieht im Verkauf der Burg an den chinesischen Unternehmer Wang den einzigen Weg aus der Misere. Den Jungs dämmert, dass Burg Schreckenstein nach China umgesiedelt werden soll, um Teil eines mittelalterlichen Vergnügungsparks zu werden ...
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