Einfach zauberhaft!

Michael (14) hat ein ungewöhnliches Hobby: Er zaubert. Mit Karten, Münzen oder Bällen führt er seine Zuschauer hinters Licht. Und sorgt für erstaunte Gesichter.
Fotos: Vaclav Mucha
Fotos: Vaclav Mucha

Michael hält vier Spielkarten in der Hand. Alle sind schwarz. Dann dreht der Junge die Karten um und deckt sie nacheinander wieder auf. Plötzlich sind zwei der vier Karten rot. Statt Pik und Kreuz sind nun Karo und Herz zu sehen. Er macht das Ganze noch ein paar Mal. Und immer wieder wechseln die Karten von schwarz auf rot und von rot auf schwarz.  Wie Michael das macht? Geheimnis! „Ein Zauberer verrät seine Tricks nie“, erklärt er.  Das Hobby des Schülers ist die Zauberei. Mit elf Jahren bekam er zu seinem Geburtstag einen Zauberkasten geschenkt. Damit fing alles an. „Ich habe mir im Internet viele Videos zu Tricks angesehen. Außerdem habe ich die Kurse in der Zauberschule in Düsseldorf besucht“, erzählt der 14-Jährige. Schnell machte er Fortschritte.

Ausgetrickst!
„Mir macht es Spaß, Sachen zu zeigen, die andere Menschen verwirren“, schmunzelt er. Und Verwirrung verbreiten kann Michael wirklich gut! Einen Trick nach dem anderen führt er in dem kleinen Raum der Zauberschule in Düsseldorf vor. Umgeben von unzähligen Zaubermaterialien lässt Michael Karten und Bälle verschwinden und wieder auftauchen. „Nicht ablenken lassen. Genau aufpassen!“, rät er seinen Zuschauern immer wieder. Doch ehe man sich versieht, ist der Trick vollbracht und das Erstaunen groß. „Die Reaktionen auf die Tricks sind ganz verschieden“, sagt Michael.  Gerade das sind Erinnerungen, an die er gerne zurückdenkt. Deutschlandweit gehört Michael zu den besten Jungzauberern. 2015 wurde er bei den deutschen Jugendmeisterschaften Dritter. Mit diesem Erfolg wurde er automatisch in den „Magischen Zirkel“ aufgenommen. Ein Jahr danach folgte der Vizemeistertitel in der Jugend. Bei Familie und Freunden stößt Michaels Hobby auf Bewunderung. „Man merkt aber auch, dass die Zauberei als Hobby noch nicht so bekannt ist wie Tanzen oder Musikmachen“, erzählt er etwas enttäuscht.

Wenn Michael zaubert, dann redet er ununterbrochen mit seinen Zuschauern. Jede Bewegung wird kommentiert. Auch das gehört zu den Tricks dazu. Die Show um die Kunststücke herum ist mindestens genauso wichtig wie der Trick selbst.  Denn damit lenkt der Zauberer die Aufmerksamkeit seines Publikums. Und kann so unbemerkt den Trick durchführen. Michaels Paradedisziplinen sind Tischzauberei, Kartenmagie und Allgemeine Magie – das ist die bunte Magie mit Tüchern, auch Tauben, Seilen, Schirmen usw.. Für alle drei braucht er vor allem Fingerfertigkeit und Übung. „Eine goldene Regel beim Zaubern lautet: Führe einen Trick erst vor, wenn du ihn lange genug geübt hast“, erklärt er. Vor Auftritten trainiert der Jugendliche bis zu drei Stunden jeden Tag. Trotz aller Übung kann ein Trick auch schiefgehen. „Ja, das kommt vor. Wichtig ist, dass man sich dann nichts anmerken lässt“, meint der Düsseldorfer.

Zukunftspläne
Neben dem Zaubern ist die Schauspielerei seine große Leidenschaft. Auftritte auf der großen Bühne sind sein Ding. Beruflich will er später aber etwas anderes machen. Was genau weiß er noch nicht. „Zaubern und Theater sollen ein Hobby bleiben“, legt sich Michael fest. Der Leiter der Zauberschule Düsseldorf, Wolfgang Sommer, hat mit seinen Zauberkursen Michaels Talent perfektioniert. Doch wie kommt man auf die Idee, eine Zauberschule zu eröffnen? „Das liegt doch nahe. Ich habe mein ganzes Leben mit der Zauberei verbracht. Und irgendwann wollte ich anderen Menschen mein Wissen weitergeben“, so Sommer. Das Interesse ist groß. „Wir haben viel Zulauf. An Nachwuchs mangelt es uns jedenfalls nicht“, freut sich Sommer.

Lachend zeigt er dann auch selbst noch einen Zaubertrick. Im Nu verwandelt er eine 50-Cent-Münze in ein Ein-Euro-Stück. Auch hier bleibt der Trick hinter dem Kunststück geheim. Michaels Ziel für seine Zauberkarriere sind die deutschen Jugendmeisterschaften 2018 und die deutschen Meisterschaften bei den „Großen“ 2020. Dort wird er auch eigene Tricks vorführen. „Es ist wichtig, dass ich nicht nur vorhandene Kunststücke kopiere. Eigene Tricks zu zeigen, ist immer besser.“ Und bis dahin wird er fleißig weiterüben.

Eva Bernarding

Magischer Zirkel

Der Magische Zirkel zählt weltweit zu den besten und größten Künstlervereinigungen. Der Verein hat rund 2.800 Mitglieder aus aller Welt. Viele treffen sich regelmäßig in sogenannten Ortszirkeln, um dort ihr magisches Wissen auszutauschen. Um Mitglied zu werden, muss man eine Aufnahmeprüfung absolvieren. Oder man belegt bei großen Meisterschaften einen der vorderen Plätze und qualifiziert sich automatisch. Alle Mitglieder sind verpflichtet, ihre Tricks geheim zu halten. Tun sie das nicht, werden sie aus dem Zirkel ausgeschlossen.

 

Zauberschule Düsseldorf

Die Zauberschule in Düsseldorf wurde vor über zehn Jahren gegründet. Erfahrene Zauberkünstler zeigen und erklären die Grundtechniken der Zauberkunst. Sie helfen bei der Einstudierung der Kunststücke. Ab zwölf Jahren kann man an den verschiedenen Kursangeboten teilnehmen.  Mehr Informationen findest du hier:
www.zauberschule-duesseldorf.de
Foto: Sabrina Nagel

Die Wochenend-Rebellen

Jason und sein Vater Mirco reisen an den Wochenenden von Stadion zu Stadion. Jason ist Fußballfan. Er sucht nach dem richtigen Verein, den er unterstützen möchte. Er hat das Asperger-Syndrom. Entscheidungen wägt er gut ab.
Foto: Concorde Filmverleih

Ein Star bin ich nicht!

Maurizio Magno ist ein erfolgreicher Kinder­schauspieler. Gerade läuft „Burg Schreckenstein 2“ in den Kinos an. Dort erlebt er als Internatsschüler viele Abenteuer. Wie ein Star fühlt sich Maurizio aber nicht. Und wenn er auf der Straße erkannt wird, ist ihm das eher unangenehm.
Fotos: Heinz Heiss

Ein Verfolger auf Rollen

Die beiden Geschwister Marla und Silvan Laidler sind Erfinder. Um kranken Menschen zu helfen, haben die beiden Schüler einen Rollstuhl entwickelt, der hinter dem Patienten fährt, wenn dieser wieder gehen lernt.
Fotos: Václav Mucha SVD

Multikulti - Ganz normal!

Die Schwestern Divinciya (10) und Rivonciya (9) sind Tamilinnen und begeisterte Tänzerinnen. Zu Hause und und in der Schule wachsen sie mutikulturell auf.